Ees denkt!!!

Mittwoch, Dezember 27, 2006

Ich habe ein ideales Weihnachtsgeschenk für Dich...

... Krücken - für deinen lahmen Witz!
An diesen Spruch musste ich Weihnachten besonders oft denken. Das liegt daran, dass ich mit meiner Familie gefeiert habe, deren Mitglieder immer wieder versuchen sich gegenseitig mit lustigen Sprüchen und Witzen zum Nachteil anwesender Personen zu erheitern.
Glücklicherweise war ich darauf vorbereitet und habe alles an gemeinen Sprüchen auf mich genommen und die Opferrolle eingenommen. So war wenigstens kein anderer beleidigt und der übliche Familienzwist blieb aus. Deswegen lief das Weihnachtsfest auch dieses Jahr sehr entspannt ab.
Was mich aber dann an Heilig Abend doch noch aufgeregt hat, war die Katholische Messe in die ich mich verlaufen hatte. Mein Vater singt in dieser Gemeinde im Chor und ich wollte eigentlich auch nur den Chor hören. Hätte ich gewusst, dass es ein richtiger Gottesdienst war und nicht nur ne schöne Lobpreisveranstaltung wäre ich nicht hingegangen.
Jetzt mal ehrlich: Irgendwas stimmt doch mit den Katholiken nicht...
Aufstehen, hinsetzen, aufstehen, hinknien, setzen - irgendwie entdecke ich kein System dahinter.
Als das Abendmahl vorbereitet wurde und es da vorne so richtig heilig wurde saßen alle. Und beim "Vorsingen" der Weihnachtsgeschichte mussten alle stehen... bestimmt 20 Minuten lang. Kann mir das bitte jemand erklären?
Und diese Singsänge zwischendurch hätten sie doch auch mal in ein Heftchen schreiben können, so dass auch die nicht-Katholiken verstehen was das soll. Wenn ich nicht gewusst hätte, dass ich in einem Gotteshaus war, hätte ich gedacht, dass ich bei ner Sekte gelandet bin.
Und warum singen die einen anderen Text auf "Lobe den Herrn, meine Seele"?
"Ich glaube an Gott und an die katholische Kirche..." Irgendwie altbacken das Thema...
Jedenfalls hatte ich zwischendurch immer wieder das Bedürfnis zu Gott zu beten und mich dafür zu entschuldigen, dass ich das alles so hassenswert fand.
Vielleicht lag es auch am Weihrauch, dass mir währenddessen so unglaublich schlecht war. Aber ich glaube auch so ist der Katholizismus nicht mein Fall....

Dienstag, Dezember 19, 2006

Ein Tag in Ronsdorf


Jimmy Kater musste heute morgen um 8.00 Uhr zum Tierarzt und den Zahnstein entfernen lassen. Da das bei Katzen etwas schwierig ist wenn sie wach sind, wurde er in Narkose gelegt und ich durfte mich während der OP in Ronsdorf (Stadtteil von Wutal) rumtreiben. Das passte ganz gut, denn so hatte ich auch mal "Zeit" (ich bin zur Abwechslung mal früh aufgestanden...) um noch die restlichen Weihnachtsgeschenke zusammenzusuchen und was soll ich sagen: Ronsdorf ist sooo cool!
Eigentlich habe ich Vorurteile gegen Ronsdorf denn dort wohnen fast nur alte Leute, es ist klein und ziemlich abgelegen vom restlichen Wuppertal. Mit Beyenburg und Cronenberg ist es da genauso. Fast alle Barmer und Elberfelder hegen Vorurteile gegen die Dörfler.
Aber es hat auch wirklich gute Seiten.
Die Leute da sind sooo nett, alle am lächeln, man kennt sich mit Namen und es gibt noch den guten alten "Kaiser"- Supermarkt, wo ich früher schon mit meiner Oma, die früher auch in Ronsdorf gewohnt hat, drin war. Dort war ich auch heute und hatte prompt ein lustiges Gespräch mit einem netten alten Herrn über die Rente... *grinsel*
Die Beratung in dem Bücherladung war der Oberhammer! Der Typ hatte mal wirklich Ahnung von Büchern. Nicht so, wie die blöden Studentenkräfte in den großen Bücherläden. Nein, ganz speziell auf meine Wünsche eingehend. Und keine Profitgier... Das ist mal wirklich angenehm. Da stört es dann auch nicht, wenn die Auswahl nicht ganz so groß ist.
Und irgendwie habe ich mich so in die alten Zeiten zurückversetzt gefühlt, dass ich zwischendurch dachte, dass die alte Frau im Café irgendwie mit mir verwandt ist... *hihi*
Danke Ronsdorf, für das Erlebnis einer funktionierenden Gesellschaft!
Jimmy geht es übrigens den Umständen entsprechend gut. Es wurden ihm 2 Zähne gezogen und jetzt wankt er kotzend durchs Badezimmer. Hoffentlich ist er bald wieder fit...

Montag, Dezember 11, 2006

Es saß ein klein´ wild´ Vögelein


Es saß ein klein´ wild´ Vögelein auf einem grünen Ästchen
Es sang die ganze Winternacht, sein Stimm tät laut erklingen

"O sing mir noch, o sing mir noch, du kleines wildes Vögelein
Ich will um deine Federchen dir Gold und Seide winden."

"Behalt dein Gold, behalt dein Seid, ich will dir nimmer singen;
Ich bin ein klein wild Vögelein, und niemand kann mich zwingen!"

"Geh Du herauf aus diesem Tal, der Reif wird dich auch drücken."
"Drückt mich der Reif, der Reif so kalt, Frau Sonn wird mich erquicken!"


Volkslied, 15 Jhd.



Schlecht geträumt diese Nacht... Situationen der absoluten Hilflosigkeit.
Menschen um mich herum wirken mutlos und resigniert, während ich meinen Idealen nachrenne...
"Komm du erst mal in unser Alter! Dann nimmst Du die rosarote Brille ab!" höre ich, wenn ich sage, dass wir zusammen vieles verändern könnten. "Ich bin nicht für die Erziehung anderer Kinder zuständig!" höre ich, wenn ich sage, dass wir uns für die Belange anderer einsetzen sollten.
Wenn das Alter eine solche Mutlosigkeit und Interessenlosigkeit am Schicksal der anderen mitbringt, will ich niemals alt werden...
Ich will nicht zuhause auf dem Sofa sitzen und zusehen wie der nächste Amokläufer, den ich neulich noch traurig im Park habe sitzen sehen, eine Schule stürmt.
Und dennoch werde ich es.
Drum schaue ich auf Gott und schöpfe aus seiner Kraft.
Auf dass mich der Reif nicht drücke.